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Coole Herbstbeschäftigung - Lass Deinen Sohn mal machen!

Der Sommer war so schön und jetzt?

Der Herbst ist da und damit auch die dunkle Jahreszeit. Es steigt die Tendenz zu Schmuddel-Wetter und frostigen Temperaturen. Du trauerst den langen Tagen nach, an denen Fußballspielen, Toben, Spielplatzbesuche und sonstiger Spaß im Freien bis in die späten Abendstunden möglich war. Du überlegst fieberhaft, wie du den Nachwuchs bei Laune hältst, wenn es draußen so richtig ungemütlich wird. Du durchforstest stundenlang das Internet nach mega tollen Basteltipps – am besten ausgefallen, anders, besser und noch nie dagewesen.

Du raufst Dir schon jetzt die Haare bei dem Gedanken daran, dass aus dem Kinderzimmer der Ruf erhallt: „Maaaamaaaa, uns ist soooo langweilig! Können wir einen Film gucken?“

Trübsal im Herbst, Langeweile & öde Nachmittage

Warum es keinen Grund dafür gibt, panikartig ein Vollbeschäftigungsprogramm für seine Jungs aus dem Boden zu stampfen.

Es sind ganz oft die kleinen Dinge, die dein Kind ganz beiläufig äußert. Du nimmst es kaum wahr, weil du vor lauter Sucherei nach dem ultimativen Bastel- oder Beschäftigungstipp kein Ohr dafür hast. Gerade die einfachsten Ideen sind es, welche das kleine Kinderherz besonders hoch schlagen lassen. Wenn ... ja, wenn da nicht immer die Gedankenwelt der Erwachsenen dazwischen grätschen würde. ;-) Dabei lohnt es sich so, den Vorschlägen der Kleinen zu lauschen.

Kinder haben selbst die kreativsten Gedanken

Ich habe hier 3 wundervolle Beschäftigungstipps, auf die meine Jungs ganz von selbst gekommen sind.

Genau in dem Moment, als ich meine eigenen Vorstellungen zurückgeschraubt und sie einfach mal machen lassen habe, hatten sie den größten Spaß. Auf so einfache Dinge als Herbstbeschäftigung wäre ich selber gar nicht gekommen.

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1. Kerzenständer selber basteln

Als sich letztens die ersten ungemütlichen Tage zeigten, kam mein zehnjähriger Sohn zu mir und sagte: “Mama, ich freue mich schon so auf den Herbst. Dann können wir wieder bei Kerzenschein frühstücken – das ist immer so gemütlich! Ich möchte in Opas Werkstatt einen Kerzenständer aus Holz für uns basteln!“

Ein Kerzenständer aus Holz? Nicht sehr praktisch, war mein erster Gedanke. Ich gab mir alle Mühe und suchte nach passenden Argumenten, um es ihm schnell auszureden:

  • „Wir haben doch schon so viele Kerzenständer“
  • „Holz ist doch gar nicht für einen Kerzenständer geeignet“
  • „Opa hat gar nicht die richtigen Werkzeuge dafür“
  • „Bau doch etwas für deine Eisenbahn.“

Es zeichnete sich schnell ab, dass sich Sohnemann nicht so einfach davon abbringen ließ:
„Bitte Mama, ich habe auch schon eine super Idee!“

Ich hatte an diesem Tag keine Lust zum Diskutieren und gab mich schnell geschlagen:
„Also gut, dann mach halt!“ 

Insgeheim dachte ich nämlich, dass er recht schnell feststellen wird, dass sich ein Kerzenständer nicht so einfach aus Holz bauen lässt. Wie soll das auch gehen, ohne Profi-Maschinen und entsprechendes Werkzeug? Das Thema würde sich sicher schnell von selber erledigen…

So denken Erwachsene, Kinder haben schon lange die Lösung im Kopf! Heraus kam das:

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Offen gestanden dachte ich zuerst:

„Gott, was für ein Monstrum! Das kann ich doch nicht auf den Tisch stellen!“

Meine Vorstellung von einem Kerzenständer war anders – klein, filigran, dezent. Gleichzeitig sah ich jedoch das Funkeln in den Augen meines Sohnes, warf meine Erwachsenen-Gedanken rasch über Bord und freute mich einfach mit ihm. Plötzlich sah ich auch, wie durchdacht das Konstrukt war. Er hatte es sogar bemalt. Zudem bezeichnete er sich als absoluten Glückspilz, denn er hatte bei Opa in der Kerzen-Schublade Glitzer-Teelichter gefunden. Die passten in seinen Augen perfekt. Er war super happy und mega stolz: „Schau Mama, genauso hatte ich es mir vorgestellt! Cool, oder?“

Cool war es definitiv und so ganz anders als gedacht. Ich war beeindruckt. Gleichzeitig rügte ich mich innerlich, dass ich ihm allen Ernstes seine Idee hatte ausreden wollte. Ich hätte ihm unüberlegt diesen wunderbaren Glücksmoment genommen.

Der Herbst ist da und das Frühstück bei Kerzenschein kann kommen – wir haben nun ein echtes Unikat als Kerzenständer. Handgefertigt, handbemalt und unbezahlbar.

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2. Herbstlich schmücken – wenn Jungs Spaß am Dekorieren finden

Oh wie schön, der Herbst hat ja auch so viele tolle Seiten! Deko-Fans wissen das. Auch ich bin nach dem Sommer immer schnell dabei, das Heim herbstlich schön aufzubrezeln. Dieses Jahr kamen mir allerdings meine Jungs zuvor und rissen mir das Ruder in Sachen Dekoration förmlich aus der Hand.

Sie waren Kastanien, Eicheln und Blätter sammeln. Ursprünglich wollten sie damit basteln. Beim Heimkommen erspähten Sie jedoch mein großes Windlicht, das ich gerade aus dem Keller geholt hatte. Ich wollte es von Spinnweben befreien, gründlich sauber machen und im Anschluss daran hübsch schmücken.

Ehe ich mich versah, machten sich die Zwei mit voller Begeisterung darüber her und begannen mit ihrer ganz eigenen Dekoration. Sie stopften Kastanien, Eicheln und Blätter wild hinein.

Für meinen Geschmack viel zu viel des Guten. Dann räumten sie alles wieder aus (für einen kurzen Moment war ich froh) – sie hatten die Kerze vergessen. Also, Kerze rein! Blätter, Kastanien und Eicheln drumherum. Zu guter Letzt rannte der 4jährige noch in sein Zimmer, um nach Spielfiguren zu schauen. Sie sollten es sich zwischen den Blättern gemütlich machen.

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Das Windlicht allein reichte ihnen nicht. Sie hatten ja noch jede Menge Material und waren wild entschlossen, so viel wie möglich als Deko unterzubringen. Also wurden Kastanien und Blätter um das Windlicht herum und im Haustürbereich drappiert. Ich war kurz davor sie zu bremsen und ihnen zu zeigen, wie denn eine „richtige“ Deko aussieht – so wie ich es halt für angemessen hielt – sauber, minimalistisch und ordentlich. Nicht so chaotisch.

Was für ein Durcheinander!

Aber dann dachte ich: Warum nicht mal das Deko-Zepter aus der Hand geben? Überlass doch mal den Jungs die Regie, wo sie doch so eifrig dabei sind. Ich erinnerte mich spontan an den Spruch meines 10jährigen, den er mir zuletzt in einer ganz ähnliche Situation entgegen gebracht hatte: „Mama, chill doch mal!“

War doch ganz einfach! Ich chillte und ließ es geschehen. 

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Nun laufen nicht nur meine Jungs mehrmals am Tag voller Stolz an ihrem herbstlichen Werk vorbei. Auch wir, mein Mann und ich, erfreuen uns täglich an der kunterbunten Kinder-Dekoration. Selbst gesammelt und frei gestaltet. Ganz ohne Vorlage und elterliche Vorgaben.

Mein Tipp: Wenn dein Nachwuchs schon freiwillig beim Dekorieren helfen will, gönne ihm den Spaß ohne große Einschränkung. Auch wenn es in deinen Augen nicht perfekt ist.

Für den kleinen Künstler ist die Sache an sich schon das Größte. Kinder sind so unglaublich stolz, wenn sie etwas ganz alleine gemacht haben.

Ach ja, Herbst-Deko wurde auch drinnen großzügig verteilt und fast täglich finden Herbststräuße den Weg ins Heim. So einfach also kannst Du Jungs im Herbst beschäftigen. :-)

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3. Durch Pfützen fahren – wer hat danach die schmutzigsten Sachen?

Gerade wenn es draußen nass und ungemütlich ist, kommt schnell die Frage auf: Wie bekomme ich die Kids auch an solchen Tagen nach draußen? Die extra Portion frische Luft ist mir wichtig, den Kindern nicht unbedingt. Zumindest dann nicht, wenn ich ihnen mit meinen super Vorschlägen komme:

  • Spazieren gehen mit Regenschirm
  • mit Gummistiefeln in den Garten
  • mit Matschhose auf den Spielplatz

Begeisterungsstürme schlagen mir damit schon lange nicht mehr entgegen.

Vor ein paar Wochen, es war ein sehr regnerischer Tag, kam mein großer Sohn höchst begeistert angelaufen. Er meinte allen Ernstes, er und sein kleiner Bruder müssten jetzt unbedingt raus zum Fahrrad fahren. Ich stutzte und entgegnete ihm, dass es gerade regnet und das Fahrradfahren da wohl nicht die beste Idee ist. Er protestierte sofort und sagte: „Doch Mama, gerade eben weil es regnet! Dann können wir doch durch die Pfützen rasen und hinterher sehen wir aus wie echte Mountainbiker! Richtig schön dreckig!“

Genau das, was bei meinem Sohn für Entzücken sorgte, trieb mir die Sorgenfalten auf die Stirn. Ich sah in dem Moment nur den Berg an Wäsche, der danach auf mich wartete. Das letzte Shirt der Bügelwäsche lag noch warm im Schrank und dann schon wieder die Aussicht auf den nächsten großen Schwung!

Ich sagte: „Nein, auf gar keinen Fall! Wer wäscht denn am Ende wieder die ganze Wäsche? …. Ich!“

„Stimmt nicht Mama“, entgegnete mir mein Sohnemann, „Die Waschmaschine wäscht doch!“ ;-)

Kindliche Logik, die belohnt werden sollte. Ich setzte mit Schnappatmung schon zur großen Belehrung an, hielt dann aber inne und dachte: Mein Gott, er hat doch recht. Immerhin muss ich die Wäsche ja nicht mit der Hand waschen. Warum stelle ich mich so an, wo doch die Jungs bei Regen schon freiwillig raus wollen. Wo ist denn da genau das Problem?

Richtig, es gab nicht wirklich eins. Ich stimmte also zu und schneller als ich gucken konnte, waren die Jungs abfahrbereit.

Wir waren über eine Stunde mit den Rädern unterwegs. Die Zwei fuhren wie die Wilden und mit allergrößter Begeisterung durch jede Pfütze, die sich auf dem Weg gebildet hatte. Je höher das Wasser spritzte, umso besser. Sie lachten und kreischten vor Vergnügen. Am Ende hingen die Schlammklumpen am Helm, im Gesicht, die Räder waren kaum noch zu erkennen und von den Klamotten will ich gar nicht erst reden.

Aber genau das war es, was die beiden vollends glücklich machte. Sie sprachen noch Tage später davon und erzählten es ihren Freunden. Ich musste ihnen immer wieder die Fotos der dreckigen Sachen zeigen. Sie hatten darauf bestanden, dass ich sie abfotografiere. Sonst würden es doch ihre Freunde niemals glauben, so ihre Befürchtung.

Hier wäre der Beweis, wenn der Hausherr noch wüsste, wo die Fotos abgelegt sind. Deshalb leicht abgewandelt nachgestellt:

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Als die Sonne ein paar Tage spätere wieder schien kamen sie sogar angelaufen und bestanden darauf, ihre Räder selber sauber zu machen. Sie putzten und wienerten. Der Spaß vom großen Pfützenfahren setzte sich bei der Reinigungsaktion direkt fort und die Freude der zwei Jungs war nicht zu übersehen.

Im Nachhinein erst registrierte ich, was für ein tolles Erlebnis ich fast verhindert hätte.

Was wäre, wenn ich selbst noch ein Kind wäre?

Diese Frage sollten wir Erwachsene uns öfter einfach mal stellen, wenn unsere Kinder mit ihren Ideen und Vorschlägen ums Eck kommen. Ich habe festgestellt, dass es sehr oft die kleinen Dinge im Leben sind, die Kindern das Herz aufgehen lassen. Dinge, die wir im Alltag allzu gerne übersehen. Aus spontanen Kinderideen entstehen die schönsten Erlebnisse. Eigene Ideen entwickeln, die so einfach wie genial sind. Diese umsetzen, austesten und sich ganz dem Hier und Jetzt hingeben. `

Wir Erwachsenen können der kindlichen Fantasie manchmal nicht folgen. Wir neigen dazu, diese allzu schnell als Quatsch abzuwiegeln. Wir sind täglich in unseren Gewohnheiten und Denkmustern gefangen. Dabei ist die Welt aus der Sicht mit Kinderaugen so wunderschön, bunt und vielfältig.

Gehen wir also mal einen Schritt zurück, dann nehmen wir uns Zeit zu verstehen. Wir fühlen uns in ihre Welt hinein. Wir erinnern uns womöglich an unsere eigene Kindheit und an all die einfachen Dinge, die uns so begeistert haben.

War das nicht schön?

Siehst Du, deshalb lohnt es sich Deine Kids einfach mal machen zu lassen. Probiere es bei der nächsten Gelegenheit doch auch mal aus. 

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Heike Adelsbach